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Zu Tausenden sind sie einst aus Oberschwaben ausgewandert ins ferne Ungarn. Haben dort deutsche Dörfer aufgebaut, eine bäuerlich-handwerkliche Lebenswelt geschaffen, zeitweise fast eine Idylle. Bis die Ungarn alle Schwaben „magyarisieren“ wollen, die deutsche Sprache verpönt wird. So wandern um 1900 manche aus ins ferne Amerika. Nach dem ersten Weltkrieg blüht die Region noch einmal auf, erst der Zweite Weltkrieg zerstört das „kleine Oberschwaben“ fast. 1944 fliehen viele vor den Russen in einem großen Treck nach Westen, sie landen im Allgäu, wandern aus nach Amerika, viele aber kehren zurück in ihre Ur-Huimat nach Oberschwaben. Nach der Wende 1990 wiederholt sich der Exodus, Tausende verlassen das so lange kommunistisch unterdrückte Land, sie suchen ihr neues Glück in Deutschland, oft wieder in Oberschwaben! Eine einmalige Geschichte: Aus Oberschwaben nach Sathmar und zurück. Eine Lebensreise von 300 Jahren.

Die einen sind gegangen, die anderen aber sind geblieben: Heute leben im Sathmarer Land, in Großkarol und den schwäbischen Dörfern noch rund 50.000 Menschen mit schwäbischen Wurzeln. Sie leben in Rumänien, sie sprechen ungarisch, sie denken und fühlen schwäbisch. Bei vielen jungen Leuten sind die alten Zeiten vergessen, eine Art „schwäbischer Frühling“ bricht sich Bahn, es geht aufwärts, der sprichwörtliche schwäbische Fleiß spielt dabei eine große Rolle.

Mit einem Wort: Die Sathmarer Schwaben sind ein einmaliger Fall! Das Projekt „Sathmarer Spuren“ will diese ungewöhnliche Migrationsgeschichte mit Biographien und Belegen aller Art nachzeichnen und bewahren. Die schwäbischen Spuren in Sathmar wie die Sathmarer Spuren in Oberschwaben, in der  Ur-Huimat dieser Wanderer zwischen den Welten.

Gemälde oben: Georg Haller. Der „Maler der bäuerlichen Idylle“ ist in Terem geboren, eine Wanderausstellung in deutschen Städten hat ihn in Erinnerung gebracht. Im geplanten Buch werden wir viele seiner Gemälde aus der alten bäuerlichen Welt zeigen.

Siehe auch den Artikel über die Sathmarer Schwaben auf Wikipedia.

Wir suchen für das Projekt weiter nach guten Themen und Sathmarer Schwaben, die uns ihre Lebensgeschichte erzählen.

Kontakt: info@rudi-holzberger.de

Die Karte zeigt die wichtigsten ehemals schwäbischen Dörfer in der Region Sathmar, dem heutigen Komitat Satu Mare im Nordwesten von Rumänien. Drei Sathmarer Dörfer sind in Ungarn geblieben, die Grenze hat sich mehrfach verschoben, die Ukraine mit ihren deutschen Siedlungen etwa im Theresiental ist auch nicht weit.

Terem: 300 Jahre ein schwäbisches Dorf in Sathmar. Nur noch wenige Schwaben leben heute dort in Rumänien. Fast alle Bewohner sprechen im Grenzgebiet ungarisch. Nur noch wenige Alte sprechen und singen schwäbisch – wie diese beiden Volksbarden, 84 und 85 Jahre alt! Ihre Vorfahren sind vor 300 Jahren aus Oberschwaben ausgewandert! Rudi Holzberger hat sie im heißen Sommer 2017 auf der Suche nach seinen Vorfahren getroffen.

Das Projekt wurde finanziell unterstützt durch das Förderprogramm LEADER der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg im Aktionsgebiet der Regionalentwicklung Mittleres Oberschwaben.

Ferne Heimat ganz nah: Ein Projekt